3. Ranglistenturnier in Wuppertal 19./20.10.2013

Was ist denn hier los?

Das war die Frage, die sich die LNE-Fraktion auf dem abschließenden Ranglistenturnier in Wuppertal stellte. Ungläubig, fassungslos und teilweise von dem Geschehenen überfordert; so nahmen die 11 angereisten Hamburger die beiden Tage in der Schwebebahnstadt wahr.

(Wer sich einiges Geschwafel ersparen möchte, sollte gleich nach ganz unten scrollen; denn da stehen noch einmal kurz die Facts der Ranglistenturniere…ansonsten etwas mehr Zeit mitbringen)

In 4 Portionen kam die bislang größte LNE-Reisegruppe an der Wupper an. Angemietet wurde eine 5 Zimmer-Wohnung, mit 2 Bädern und einer Küche.  Alle konnten somit zusammen….…sorry …… GEMEINSAM diese Zeit erleben.

Man begann am Freitagabend mit einem Pastafestival, welches uns Chefkoch „Enrico“ kredenzte.  Und obwohl der Vorrat an gesunden und weniger gesunden Lebensmitteln durchaus als „ausreichend“ bezeichnet werden durfte, konnten einige die mitgebrachten Leckereien so  gar nicht genießen; derart groß war die Aufregung vor den anstehenden Herausforderungen.

Bemerkenswert ist, dass die Tänzerinnen die Abläufe der Turnierwochenenden sehr schnell verinnerlichten. Dazu gehören: frühes Aufstehen, frühes Frühstücken und frühes Erscheinen in der Halle.

Am Samstag stand das Soloturnier für unsere Tänzerinnen auf dem Programm. Gleich 6 Bekloppte unserer Ladies wollten sich dem Vergleich mit den besten Deutschen Tänzerinnen im Bereich Jazz-und Moderndance stellen. Die Ergebnisse der vorherigen Ranglistenturniere in Wetzlar und Saarlouis gaben Grund zur Hoffnung, dass man auch in Wuppertal für die ein – oder andere Überraschung sorgen könnte.

Nach der Vorrunde konnten sich 3 unserer 6 Tänzerinnen für die nächste Runde qualifizieren. Alle 6 boten aber in der Vorrunde eine wirklich gute Leistung, so dass sich auch noch mehr LNEler, für das Viertelfinale der letzten 21, hätten qualifizieren können.

Sarah, Kristina und Jamie tanzten dort dann noch befreiter auf. Jamie und Sarah hatten ja schon vorher einmal das Vergnügen auf einem Soloturnier in die nächste Runde einzuziehen. Und auch Kristina durfte in Saarlouis bekanntlich häufiger auf die Fläche. Insofern konnten  bislang die Ergebnisse bestätigt werden. Doch dann?

Unter den verbliebenen 11 Tänzerinnen, die sich für das Semifinale qualifizierten, befanden sich alle 3 Hamburgerinnen.  Bei der Bekanntgabe stockte uns allen der Atem. Dieses Jahr noch Verbandsliga Nord/Ost und nun befinden sich 3 LNE-Tänzerinnen im Semifinale einer Deutschen Rangliste.

Stehen eigentlich Beruhigungsmittel auf der Dopingliste? Die Tänzerinnen und der Begleittross waren vollends aus dem Häuschen. Viel Zeit blieb dieses Mal nicht, um sich auf die nächste Runde vorzubereiten. Und wieder bezauberten unsere Girls. Alle drei gewachsene Persönlichkeiten auf der Fläche; alle drei mit ganz unterschiedlichen Stärken.

Kristina eröffnete mit ihrem Bewegungstalent das Halbfinale. Man ist sich einig:  Diese Bewegungen kann man nicht lehren und auch nur schwer lernen. Ihre Körperwellen sind Tsunamis und die Art, in der ihre getanzten Bewegungen ineinanderfließen, ist selbst in diesem starken Starterfeld einzigartig. Kurz darauf folgt Jamie. Grazil, zerbrechlich und gleichzeitig anmutig  bezaubert sie das Publikum. Man ist gefangen und mag, in den gut 2 Minuten die der Vortrag dauert, gar nicht wegsehen.  Sarah war als letzte unserer Teilnehmerinnen an der Reihe. Kaum eine andere Starterin im Feld verfügt über ihre Dynamik. Ihre Sprünge sind hoch und die Bewegung im Raum wird in einem atemberaubenden Tempo vertanzt.  Zudem sieht man in ihrem Gesicht, dass sie Ihre Choreographie nicht nur tanzt sondern auch lebt. Sie weiß zu jedem Zeitpunkt,  Mimik und  Körpersprache  in eine Einheit zu bringen.

Und dann begann das Warten auf die Bekanntgabe der Finalistinnen. Sollte es eine der Tänzerinnen geschafft haben, die Endrunde der besten 6  erreicht zu haben? Nein…..nicht EINE sondern ZWEI!!!!

Jamie und Kristina schafften das Unglaubliche. Sarah sicherte sich einen phantastischen geteilten  9. Platz in einem hochklassigen Feld. Um den Stellenwert dieses Ergebnisses zu verdeutlichen muss erwähnt werden, dass sich neben  JK auch 2 WM Teilnehmerinnen aus Wuppertal und Goslar, in diesem Finale befanden.

Alle Qualifikantinnen zeigten dann noch einmal, warum sie berechtigt  in diese Runde eingezogen sind.

Jamie verzauberte die Zuschauer abermals mit Ihrer sensiblen Darstellung nach der Musik „Caresses sur l´ocean“ von „Les Choristes“. Kristina betrat als Letzte die Tanzfläche und musste nach einem Wackelkontakt an der Musikanlage noch einmal neu beginnen. Dies machte ihr aber natürlich gar nichts aus, denn konditionell ist sie selbstredend topfit! Und so durften die Zuschauer noch einmal 1 1/4 Choreographien im „Kristina-Style“ erleben.

Der erste Platz war schnell zu erkennen. Louisa Brebeck aus Wuppertal sicherte sich auch dieses Mal verdient  den Sieg und fährt nun als große Favoritin auf den Deutschlandpokal, der in 2 Wochen in Düsseldorf stattfindet. Doch dahinter wurde es eng. Das Endergebnis sorgte wiederum für großen Jubel beim Hamburger Anhang.  Jamie belegte den zweiten Platz und Kristina wird großartige Vierte (mit sogar einer Eins in der Wertung).  Auf der Siegerehrung strahlte es somit zweimal „schwarz-gold“ vor den noch immer ungläubigen Augen der mitgereisten Freunde.

Verwundert fragten einige Anwesenden in der Halle, wo unsere Tänzerinnen denn her kommen und ob sie in auch in einer Liga tanzen….denn „LaNouvelleExpérience“ kannte bislang niemand. Man erklärte, dass man ja noch gar nicht so lange dabei ist und erst in diesem Jahr in die Oberliga aufgestiegen sei. „Na dann werden wir in Zukunft bestimmt noch Einiges von Euch hören“, bekamen wir ermutigend prognostiziert.

Danach wurde wieder in „unsere“ Wohnung gefahren. Obwohl müde und erschöpft, wollte man den Abend wieder in einem Restaurant ausklingen lassen. Das Beisammensein nach den Turnieren, egal ob diese denn einen positiven oder negativen sportlichen Ausgang haben,  ist ein wichtiger Bestandteil für unser Gruppengefühl. Insofern stand auch dieser Tag unter dem Motto:

Gemeinsam tanzen! Gemeinsam zittern! Gemeinsam futtern!!!

Am nächsten Tag stand noch das Duo von Sarah und Jamie an. Da man wieder am frühen Morgen in der Halle sein wollte, entschloss man sich, mit zunächst nur 4 Personen nach Küllenhahn aufzubrechen. Der Rest konnte noch etwas länger schlafen und das in den letzten 2 Tagen in der Wohnung angerichtete Chaos, ohne Zeitdruck beseitigen.

Die Stellprobe lief entspannt. Dennoch hatten Beule &Kante (BK=SJ=Sarah und Jamie) Schwierigkeiten auf Betriebstemperatur zu kommen.  Dementsprechend war die Reaktion nach der Vorrunde.  “Das war nix!“, gaben sich die beiden selbstkritisch. Beide Tänzerinnen sind hervorragende Solistinnen; in dieser Vorrunde ging aber so Einiges schief. Der Fokus auf den Partner ging oftmals verloren und so wirkte das sonst so eingespielte Team wenig homogen. Trotzdem erreichte man mit 4 von 5 Wertungsrichterstimmen das Semifinale. Auf diese Runde bereitete man sich dann noch einmal intensiv vor, denn man wollte sich dem Wuppertaler Publikum  noch einmal in besserer Form präsentieren. Die charmante Darstellung unserer beiden Badenixen war demnach auch bei ihrem zweiten Auftritt viel besser und partnerbezogener. Man verabschiedete sich mit einem sehr guten geteilten 9. Platz und bestätigte damit das gute Ergebnis aus Wetzlar.

Die Facts nach den Ranglistenturnieren:

  •       4 Solistinnen haben sich für den Deutschlandpokal qualifiziert (Mona, Kristina, Sarah, Jamie)
  •       2 Tänzerinnen in den Top 10 der Deutschen Rangliste
  •       Sarah und Jamie sind auch als Duo mit in Düsseldorf dabei.
  •       Alle gestarteten LNE-Tänzerinnen ertanzten sich Ranglistenpunkte.
  •       Jede Tänzerin hat sich mindestens ein Mal in den TOP 24 platziert.
  •       4 Tänzerinnen und das Duo erreichten mindestens einmal das Semifinale.
  •       2 Tänzerinnen durften Finalluft schnuppern.

Hier schon einmal ein kleiner Blick auf den Ort des Deutschlandpokals (02./03.11.2013 in Düsseldorf)

Wir sind so unglaublich dankbar, dass wir diese Momente erleben dürfen; dass wir tanzen dürfen!Bislang reiten wir auf einer kleinen Welle des Erfolges. Aber wir wissen, dass auch andere Zeiten kommen werden. Wir bleiben auf dem Teppich und werden weiterhin hart an uns arbeiten um das eigene Tanzen zu verbessern. Was das letztendlich in Platzierungen und Pokalen ausmacht werden wir sehen. Wir können dies sowieso nur durch die Leistung beeinflussen und werden jede Wertung als positive oder negative konstruktive Kritik verstehen.

Viele Menschen in den Verbänden und Vereinen stecken eine immense Energie in derartige Veranstaltungen. Wir möchten uns bei allen Bedanken, die diese Ranglistenturniere ermöglicht – und uns allen damit sehr viel Freude bereitet haben.

Ein ganz besonderer Dank geht an unsere fleißigen Helfer im „Hintergrund“.  Ohne Euch wären die Turniertage nur halb so schön.