Saisonauftakt in Berlin

Was für ein Saisonauftakt..!? Wieder einmal wurde ein Turnierwochenende zu einem unvergesslichen Großereignis. Nach der Anreise am Samstag checkten wir sogleich die Halle aus und schauten uns die Regionalliga an. Mit einem beruhigten Gefühl und dem Wissen, dass es auf dem Boden Linien zum Ausrichten gab, verließen wir die Halle und fuhren zum Hotel. Im Ramada wurden schnell die Koffer geöffnet und die feinen Sachen rausgeholt – schließlich stand noch ein wenig Kultur als Abendprogramm an. Schick und guter Dinge spazierten wir zum Friedrichstadtpalast, wo wir von Marc zu einer unheimlich pompösen, beeindruckenden und unterhaltsamen Show eingeladen wurden, die alles kombinierte, was man sich vorstellen kann. Akrobatik, Tanz, Wasserfälle, Bühnen, die sich absenkten und erheben, Seifenblasen-Macher, Pantomimen, wunderbare Tänzer, schrille Kostüme, wunderbare Sänger/innen, Poledancer und und und. Kurz: Ein Spektakel sondergleichen.

Die Show lenkte uns vom bevorstehenden Stress ab, zeigte uns aber auch, dass bei uns tänzerisch noch viel Luft nach oben da ist. Im Anschluss kehrten wir in „der besten Currywurstbude der Stadt ein“, wie wir es auch schon im letzten Jahr getan hatten, speisten ordentlich und tapsten müde und mit vollem Magen zurück ins Hotel. In der Hotelbar wurden letzte Abläufe geklärt, danach ging es ab ins Bett. Noch 7 Stunden Schlaf – muss reichen!

Beim Frühstück war die Stimmung fröhlich und ausgelassen. Das Turnier schien noch in weiter Ferne, rückte aber prompt in die Gegenwart, als wir aus dem Hotel auscheckten und zur Halle fuhren. Nun wurde es langsam ernst. Über ein halbes Jahr hatten wir für diesen Tag trainiert. Die Klamotten wurden in der Umkleide verstaut, dann ging es auf zur Hallenbesichtigung. Positionen klären, Linien abchecken, Abstände klären, feststellen, dass eine Reihe bunter Partyhütchen (Flächenbegrenzung) meine Bewegungen auf der „Sieben“ unmöglich machen und ich raumtechnisch improvisieren muss.

Anschließend machten wir uns für die Stellprobe warm und meisterten diese mit nur kleinen Schönheitsfehlern und Applaus vom Publikum (eher ungewöhnlich bei einer Stellprobe) recht gut. Nun war erst einmal die Verbandsliga dran und wir hatten einige Stunden zeit, uns fertig zu machen. Die Haare wurden im Sonnenschein geflochten, das Make-Up aufgetragen und dann schlüpften wir nach einer kurzen Panty-Diskussion (hautfarben oder schwarz!?) in unsere bunten, folkloristischen Kostüme.

In der Vorrunde tanzten wir an 7. Stelle – der Durchgang lief bis auf einem kleinen Vertanzer gut, die Choreo war auf einmal auch nicht mehr ganz so anstrengend – muss am Adrenalin gelegen haben – und mit einem guten Gefühl verließen wir die Fläche.

Nun hieß es abwarten. Kommt unsere Choreo gut an? Gefällt den Wertungsrichtern unser Thema? Die Musik? Das Kostüm? Nach einer kurzen Pause wurde das Ergebnis der Vorrunde bekannt gegeben. Wir durften im großen Finale tanzen (sprich um Platz 1-6), während 3 Formationen im kleinen Finale um Platz 7-9 tanzten. Während dem kleinen Finale wärmten wir uns wieder gemeinsam auf und legten dann beim Finaldurchgang noch einen drauf. Diesmal ohne Vertanzer und mit noch mehr Freude im Gesicht und Sicherheit auf der Fläche rockten wir unsere Choreografie, um danach nach Luft ringend und mit wackeligen Beinen neben der Fläche zu liegen/sitzen. „Nächstes Jahr wird es nicht so anstrengend!“, hatten Trainer Marc und Anna uns versprochen – jaja…!

Nun hieß es abermals abwarten. Schlechten Falls waren wir 6. aber das wäre bei unserer Leistung ein etwas deprimierendes Ergebnis gewesen. Es folgten die offenen Wertungen. Cottbus, ein recht starker „Gegner“, bekam seine Wertung zuerst und war mit einer 1 und zwei 2en ganz gut dabei. Danach folgte unsere Wertung: 11225. Ratlose Gesichter machten sich unter uns LNE-Tänzerinnen breit. Wer hat denn nun gewonnen!? Marc schon sichtlich am Strahlen – er versteht das ganze Wertungssystem nach jahrelanger Erfahrung um einiges besser, als wir – musste uns erstmal erklären, dass wir gewonnen haben, wollte uns drücken, aber wir waren noch etwas skeptisch. Wir wollten uns ja schließlich nicht zu früh freuen..!

Bei der Siegerehrung wurde es dann aber endgültig ausgesprochen. Cottbus machte den 2. Platz, wir den 1.! Wahnsinn! Damit hatten wir nicht gerechnet. Freudenschreie, Freudentänzchen, Umarmungen, Jubel und strahlende Gesichter hielten für eine ganze Weile an.

Als letztes Team verließen wir die Halle, da der DJ uns noch ein wenig Partymusik auflegte, wir packten unsere sieben Sachen zusammen und machten uns auf den Rückweg. Tschüss Berlin – es war wieder sehr schön!

Nächster Halt:
Peine am 5. April 2014

Fotos: Sebastian Lewwe und Enrico Tschöpel