8 Wochen…

  • 8 Wochen, die wir nicht vergessen wollen…
  • 8 lange(kurze?) Wochen reisten wir auf der Jagd nach Ranglistenpunkten durch die  Deutschen Lande.
  • 8 Wochen machten wir Erfahrungen in Punkto Mannschaftsgefühl, Lampenfieber, Reisestress, Erfolgserlebnissen und Müdigkeit.
                • 8 Wochen die uns zeigten, dass der (sportliche) Erfolg Einzelner, das ganze Team zu Freudenstürmen hinreißen kann.

02.11.2013 Düsseldorf-Gerresheim

Deutschlandpokal der Solisten. 24 Tänzerinnen hatten sich für diese Veranstaltung qualifiziert.  4 davon waren Tänzerinnen der Oberligaformation „LaNouvelleExpérience“ des SVE Hamburg. Damit stellte ein Oberligist das größte Kontingent an Tänzerinnen bei  diesem Wettbewerb.

Auf einmal interessierten sich die Menschen für LNE.

Ist da auf einmal ein Nest?  Tanzt Ihr auch in einer Formation? Habt Ihr eine klassische Ausbildung?Das waren die Fragen, die man an diesem Wochenende häufiger zu hören bekam. „Hmmm“, „Ja“ und „Jein“ waren die Antworten, die man geben konnte.

Das Starterfeld war stark wie nie. Alle LNEler gaben in der Vorrunde ihr Bestes. Fast durchweg zufrieden verließen die Tänzerinnen nach ihren Vorträgen die Bühne.

Einzig Jamie war nicht ganz so glücklich mit ihrer Performance; obwohl man von außen, die von ihr gefühlten Unsicherheiten nicht sah.
Mona tanzte zwar direkt hinter der großen Favoritin Louisa Brebeck, doch dies schien sie förmlich zu beflügeln. Herrlich unkonventionell rockte sie (dieses Mal in Lederjacke) die Bühne. Ihre beste Turnierleistung; da waren sich alle einig.
Sarah entschied sich an diesem Tag  zu  einer schnelleren Version Ihrer Musik. Ganze 0,2 Sekunden lag dieser Vortrag nun über der zugelassenen Minimalzeit.  Ausdruckstark und elegant bewältigte sie Ihre Choreographie. Zudem bekam sie das Lob, dass sie die beste „Läuferin“ im Feld sei.  Wenn das nichts ist!
Und Kristina? Schon in der Vorrunde sorgte sie für „Wows“ und „Boahs“ bei den neutralen Zuschauern. Locker wie nie absolvierte sie die erste Runde. Alle 3 Drehkombinationen funktionierten besser denn je. Was wollte man nun noch mehr?

Leider kam für Jamie, Mona und Sarah, trotz wirklich guter Leistungen,  das Aus nach der Vorrunde. Kristina erreichte hingegen das Semifinale, welches sie noch besser meisterte als die erste Runde.

Dann wurde es still in den Katakomben und auf der Tribüne. Gebannt folgte man der Ansage, welche Tänzerinnen sich für das 7er Finale qualifiziert hatten. Als die „Startnummer 5“ genannt wurde, kreischte und jubelte das LNE-Team als ob man die Wahl zum Papst gewonnen hätte (was ja bei Kristina schon aufgrund des Geschlechtes nicht so einfach gewesen wäre…Finale einer Deutschen Meisterschaft ist aber auch nicht so schlecht…und der Papst hätte dies wahrscheinlich nicht geschafft.)                                                                                                                                                   In diesem Moment waren wir  alle „Kristina“. LNE hatte eine Tänzerin im Finale einer Deutschen Meisterschaft! Kein anderer Hamburger Tanzsportler schaffte dies im Jahr 2013!

Auch im Finale bot Kristina noch einmal eine grandiose Vorstellung. Mit soviel Spaß hatte man sie noch nie tanzen gesehen. Anhänger und neutrales Publikum waren begeistert.  Als die Wertungsrichter ihre Tafeln zur offenen Wertung erhoben, musste gerechnet werden. Deutsche Meisterin wurde Louisa Brebeck aus Wuppertal. Kristina wurde phantastische Sechste mit einer 2 und einer 3 in Ihrer Wertung. Wäre sie Zweite oder Dritte geworden, hätte dies niemand in der Halle als ungerechtfertigt empfunden.  Damit verpasste „unsere Frau Krieger“, hauchdünn die Qualifikation für die Weltmeisterschaft. „Naja…nächstes Jahr“, witzelten nicht nur die mitgereisten Hamburger.

Den Abend ließ man dann wieder gemeinsam entspannt in einem örtlichen Restaurant ausklingen. In Düsseldorf entschied man sich natürlich für „Japanisch“.  Die Stimmung war wie immer gut. Das Ausscheiden von drei Tänzerinnen nach der Vorrunde fiel nicht mehr ins Gewicht. Denn WIR WAREN IM FINALE!!

Am nächsten Morgen machten sich Kristina und Mona schon wieder auf den Heimweg, denn sie sollten noch, gemeinsam mit Hanna, einen Auftritt beim „Tag des Tanzens“ im SVE absolvieren.  Für Sarah und Jamie stand noch das Duo an. Der Auftritt der beiden war kurz und gut. Mit ihrer besten Turnierleistung verabschiedeten sie sich charmant mit einem sehr guten 16. Platz. Es war schon ein riesiger Erfolg für die Beiden, sich für dieses Turnier überhaupt zu qualifizieren. Denn der Schwerpunkt des Trainings in den letzten Wochen, lag eindeutig bei den Soli. Hätte man mehr Zeit zur Verfügung gehabt, wäre auch hier mehr ´drin gewesen. Aber unzufrieden war man auf keinen Fall.

Und so endete unser 8 wöchiges  Abenteuer um 6 Solisten und ein Duo. Im nächsten Jahr wollen wir noch mehr unserer Tänzerinnen an den Start bringen. Aber es wird natürlich schwierig, das Erreichte 2014 noch zu toppen. Aber so lange man solche Wochenenden mit einem derart phantastischen Miteinander erleben darf, ist das Ergebnis sowieso zweitrangig.

Vielen Dank auch einmal an dieser Stelle an Silke, Enrico und „Lewwe“…und besonders an Herrn Maher, der uns in eindrucksvoller Weise gezeigt hat, dass es selbst bei einer solchen Veranstaltung noch deutlich „Luft nach oben“  gibt.

Was ist denn hier los?

Das war die Frage, die sich die LNE-Fraktion auf dem abschließenden Ranglistenturnier in Wuppertal stellte. Ungläubig, fassungslos und teilweise von dem Geschehenen überfordert; so nahmen die 11 angereisten Hamburger die beiden Tage in der Schwebebahnstadt wahr.

(Wer sich einiges Geschwafel ersparen möchte, sollte gleich nach ganz unten scrollen; denn da stehen noch einmal kurz die Facts der Ranglistenturniere…ansonsten etwas mehr Zeit mitbringen)

In 4 Portionen kam die bislang größte LNE-Reisegruppe an der Wupper an. Angemietet wurde eine 5 Zimmer-Wohnung, mit 2 Bädern und einer Küche.  Alle konnten somit zusammen….…sorry …… GEMEINSAM diese Zeit erleben.

Man begann am Freitagabend mit einem Pastafestival, welches uns Chefkoch „Enrico“ kredenzte.  Und obwohl der Vorrat an gesunden und weniger gesunden Lebensmitteln durchaus als „ausreichend“ bezeichnet werden durfte, konnten einige die mitgebrachten Leckereien so  gar nicht genießen; derart groß war die Aufregung vor den anstehenden Herausforderungen.

Bemerkenswert ist, dass die Tänzerinnen die Abläufe der Turnierwochenenden sehr schnell verinnerlichten. Dazu gehören: frühes Aufstehen, frühes Frühstücken und frühes Erscheinen in der Halle.

Am Samstag stand das Soloturnier für unsere Tänzerinnen auf dem Programm. Gleich 6 Bekloppte unserer Ladies wollten sich dem Vergleich mit den besten Deutschen Tänzerinnen im Bereich Jazz-und Moderndance stellen. Die Ergebnisse der vorherigen Ranglistenturniere in Wetzlar und Saarlouis gaben Grund zur Hoffnung, dass man auch in Wuppertal für die ein – oder andere Überraschung sorgen könnte.

Nach der Vorrunde konnten sich 3 unserer 6 Tänzerinnen für die nächste Runde qualifizieren. Alle 6 boten aber in der Vorrunde eine wirklich gute Leistung, so dass sich auch noch mehr LNEler, für das Viertelfinale der letzten 21, hätten qualifizieren können.

Sarah, Kristina und Jamie tanzten dort dann noch befreiter auf. Jamie und Sarah hatten ja schon vorher einmal das Vergnügen auf einem Soloturnier in die nächste Runde einzuziehen. Und auch Kristina durfte in Saarlouis bekanntlich häufiger auf die Fläche. Insofern konnten  bislang die Ergebnisse bestätigt werden. Doch dann?

Unter den verbliebenen 11 Tänzerinnen, die sich für das Semifinale qualifizierten, befanden sich alle 3 Hamburgerinnen.  Bei der Bekanntgabe stockte uns allen der Atem. Dieses Jahr noch Verbandsliga Nord/Ost und nun befinden sich 3 LNE-Tänzerinnen im Semifinale einer Deutschen Rangliste.

Stehen eigentlich Beruhigungsmittel auf der Dopingliste? Die Tänzerinnen und der Begleittross waren vollends aus dem Häuschen. Viel Zeit blieb dieses Mal nicht, um sich auf die nächste Runde vorzubereiten. Und wieder bezauberten unsere Girls. Alle drei gewachsene Persönlichkeiten auf der Fläche; alle drei mit ganz unterschiedlichen Stärken.

Kristina eröffnete mit ihrem Bewegungstalent das Halbfinale. Man ist sich einig:  Diese Bewegungen kann man nicht lehren und auch nur schwer lernen. Ihre Körperwellen sind Tsunamis und die Art, in der ihre getanzten Bewegungen ineinanderfließen, ist selbst in diesem starken Starterfeld einzigartig. Kurz darauf folgt Jamie. Grazil, zerbrechlich und gleichzeitig anmutig  bezaubert sie das Publikum. Man ist gefangen und mag, in den gut 2 Minuten die der Vortrag dauert, gar nicht wegsehen.  Sarah war als letzte unserer Teilnehmerinnen an der Reihe. Kaum eine andere Starterin im Feld verfügt über ihre Dynamik. Ihre Sprünge sind hoch und die Bewegung im Raum wird in einem atemberaubenden Tempo vertanzt.  Zudem sieht man in ihrem Gesicht, dass sie Ihre Choreographie nicht nur tanzt sondern auch lebt. Sie weiß zu jedem Zeitpunkt,  Mimik und  Körpersprache  in eine Einheit zu bringen.

Und dann begann das Warten auf die Bekanntgabe der Finalistinnen. Sollte es eine der Tänzerinnen geschafft haben, die Endrunde der besten 6  erreicht zu haben? Nein…..nicht EINE sondern ZWEI!!!!

Jamie und Kristina schafften das Unglaubliche. Sarah sicherte sich einen phantastischen geteilten  9. Platz in einem hochklassigen Feld. Um den Stellenwert dieses Ergebnisses zu verdeutlichen muss erwähnt werden, dass sich neben  JK auch 2 WM Teilnehmerinnen aus Wuppertal und Goslar, in diesem Finale befanden.

Alle Qualifikantinnen zeigten dann noch einmal, warum sie berechtigt  in diese Runde eingezogen sind.

Jamie verzauberte die Zuschauer abermals mit Ihrer sensiblen Darstellung nach der Musik „Caresses sur l´ocean“ von „Les Choristes“. Kristina betrat als Letzte die Tanzfläche und musste nach einem Wackelkontakt an der Musikanlage noch einmal neu beginnen. Dies machte ihr aber natürlich gar nichts aus, denn konditionell ist sie selbstredend topfit! Und so durften die Zuschauer noch einmal 1 1/4 Choreographien im „Kristina-Style“ erleben.

Der erste Platz war schnell zu erkennen. Louisa Brebeck aus Wuppertal sicherte sich auch dieses Mal verdient  den Sieg und fährt nun als große Favoritin auf den Deutschlandpokal, der in 2 Wochen in Düsseldorf stattfindet. Doch dahinter wurde es eng. Das Endergebnis sorgte wiederum für großen Jubel beim Hamburger Anhang.  Jamie belegte den zweiten Platz und Kristina wird großartige Vierte (mit sogar einer Eins in der Wertung).  Auf der Siegerehrung strahlte es somit zweimal „schwarz-gold“ vor den noch immer ungläubigen Augen der mitgereisten Freunde.

Verwundert fragten einige Anwesenden in der Halle, wo unsere Tänzerinnen denn her kommen und ob sie in auch in einer Liga tanzen….denn „LaNouvelleExpérience“ kannte bislang niemand. Man erklärte, dass man ja noch gar nicht so lange dabei ist und erst in diesem Jahr in die Oberliga aufgestiegen sei. „Na dann werden wir in Zukunft bestimmt noch Einiges von Euch hören“, bekamen wir ermutigend prognostiziert.

Danach wurde wieder in „unsere“ Wohnung gefahren. Obwohl müde und erschöpft, wollte man den Abend wieder in einem Restaurant ausklingen lassen. Das Beisammensein nach den Turnieren, egal ob diese denn einen positiven oder negativen sportlichen Ausgang haben,  ist ein wichtiger Bestandteil für unser Gruppengefühl. Insofern stand auch dieser Tag unter dem Motto:

Gemeinsam tanzen! Gemeinsam zittern! Gemeinsam futtern!!!

Am nächsten Tag stand noch das Duo von Sarah und Jamie an. Da man wieder am frühen Morgen in der Halle sein wollte, entschloss man sich, mit zunächst nur 4 Personen nach Küllenhahn aufzubrechen. Der Rest konnte noch etwas länger schlafen und das in den letzten 2 Tagen in der Wohnung angerichtete Chaos, ohne Zeitdruck beseitigen.

Die Stellprobe lief entspannt. Dennoch hatten Beule &Kante (BK=SJ=Sarah und Jamie) Schwierigkeiten auf Betriebstemperatur zu kommen.  Dementsprechend war die Reaktion nach der Vorrunde.  “Das war nix!“, gaben sich die beiden selbstkritisch. Beide Tänzerinnen sind hervorragende Solistinnen; in dieser Vorrunde ging aber so Einiges schief. Der Fokus auf den Partner ging oftmals verloren und so wirkte das sonst so eingespielte Team wenig homogen. Trotzdem erreichte man mit 4 von 5 Wertungsrichterstimmen das Semifinale. Auf diese Runde bereitete man sich dann noch einmal intensiv vor, denn man wollte sich dem Wuppertaler Publikum  noch einmal in besserer Form präsentieren. Die charmante Darstellung unserer beiden Badenixen war demnach auch bei ihrem zweiten Auftritt viel besser und partnerbezogener. Man verabschiedete sich mit einem sehr guten geteilten 9. Platz und bestätigte damit das gute Ergebnis aus Wetzlar.

Die Facts nach den Ranglistenturnieren:

  •       4 Solistinnen haben sich für den Deutschlandpokal qualifiziert (Mona, Kristina, Sarah, Jamie)
  •       2 Tänzerinnen in den Top 10 der Deutschen Rangliste
  •       Sarah und Jamie sind auch als Duo mit in Düsseldorf dabei.
  •       Alle gestarteten LNE-Tänzerinnen ertanzten sich Ranglistenpunkte.
  •       Jede Tänzerin hat sich mindestens ein Mal in den TOP 24 platziert.
  •       4 Tänzerinnen und das Duo erreichten mindestens einmal das Semifinale.
  •       2 Tänzerinnen durften Finalluft schnuppern.

Hier schon einmal ein kleiner Blick auf den Ort des Deutschlandpokals (02./03.11.2013 in Düsseldorf)

Wir sind so unglaublich dankbar, dass wir diese Momente erleben dürfen; dass wir tanzen dürfen!Bislang reiten wir auf einer kleinen Welle des Erfolges. Aber wir wissen, dass auch andere Zeiten kommen werden. Wir bleiben auf dem Teppich und werden weiterhin hart an uns arbeiten um das eigene Tanzen zu verbessern. Was das letztendlich in Platzierungen und Pokalen ausmacht werden wir sehen. Wir können dies sowieso nur durch die Leistung beeinflussen und werden jede Wertung als positive oder negative konstruktive Kritik verstehen.

Viele Menschen in den Verbänden und Vereinen stecken eine immense Energie in derartige Veranstaltungen. Wir möchten uns bei allen Bedanken, die diese Ranglistenturniere ermöglicht – und uns allen damit sehr viel Freude bereitet haben.

Ein ganz besonderer Dank geht an unsere fleißigen Helfer im „Hintergrund“.  Ohne Euch wären die Turniertage nur halb so schön.

…und wieder war es eines dieser denkwürdigen Wochenenden…

Als sich 4 Tänzerinnen auf den Weg zum 2. Ranglistenturnier für Solo-Tänzerinnen nach Saarlouis machten, herrschte eher Skepsis als Zuversicht. Zwar ist Sarah, durch eine Saison bei LNE sowie verschiedene Wettkämpfe in den Lateinamerikanischen Tänzen, sicherlich schon sehr turniererfahren, dennoch war es ihr erster Einsatz bei einem Solo Turnier. Hingegen haben sich Mona, Hanna und Kristina vorher noch nie in ihrem Leben einem tanzsportlichen Wettkampf gestellt. Außerdem trifft man bei Ranglistenturnieren fast nur auf Tänzerinnen aus Bundesligateams; wir tanzten in diesem Jahr bekanntlich in der Verbandsliga.

Insofern gab es für alle Beteiligten zwei Ziele:
1)      Mit der eigenen Choreographie durchkommen, ohne sich zu verletzen!
2)      Spaß haben!!

Die Reise nach Saarlouis verlief, trotz der Deutschen Bahn, ohne große Schwierigkeiten. Zwar musste beim Umsteigen am Mannheimer Hauptbahnhof ein Zwischenspurt eingelegt werden, um den Anschlusszug zu erreichen (wobei Kristina es anscheinend schaffte, sich während des Laufens eine Zigarette zu drehen und diese innerhalb von 30 Sekunden aufzurauchen), aber dennoch wurde der Zug nach Saarbrücken ohne weitere Probleme erreicht.

Im neuen Abteil angekommen, stellte man zunächst die Funktionalitäten der in den Armlehnen versenkten (äußerst dreckigen) Tischchen sicher und ruckelte die schmierigen Komfortsitze zurecht.

Mit dem Taxi ging es dann, mit einem wahrscheinlich durch den Rennsport geprägten Fahrer, weiter nach Saarlouis. Kurz nach der Ankunft in Victors Residenz, (es handelt sich hier weder um ein Altenheim noch um ein Stammhaus örtlicher Vampire) lernten wir auch noch das NEUE „Burger King“-Restaurant kennen. Gestärkt, aber trotzdem schon relativ aufgeregt, ging man danach ins Bett.

Guten Morgen! Zum Frühstück mussten unsere vier Tänzerinnen förmlich überredet werden, derart aufgeregt war man vor dem für alle ersten Soloauftritt.

In der Halle herrschte eine ruhige und freundliche Atmosphäre. Die Stellprobe wurde dieses Mal für alle Solistinnen gemeinsam durchgeführt. Es wurde zwar sehr voll auf der Fläche, aber man hatte im Gegenzug auch mehr Zeit zur Verfügung, sich auf die Gegebenheiten einzustellen.

Sarah und Hanna waren mit den Startnummern 8 und 9 die ersten LNE-Tänzerinnen, die ihren Vortrag präsentieren durften. Beide zeigten sich gegenüber den Trainingsdurchgängen sehr verbessert. Mona startete als 19. und rockte mit ihrer unkonventionellen Kür  – im wahrsten Sinne – die Halle. Als auch noch Kristina (als 29.) eine sehr gute Präsentation zeigte, waren alle zufrieden.

Dann begann das Warten auf das Ergebnis der Vorrunde. Bei einer derart starken Konkurrenz hatten wir uns nicht zu träumen gewagt, was dann kam: Alle LNE-Tänzerinnen hatten sich für die 1. Zwischenrunde qualifiziert. Jackpot!!!  Alle waren perplex und mussten zunächst auf die aushängte Ergebnisliste schauen um zu realisieren, was da gerade passierte. Um den Stellenwert dieses Ergebnisses zu verdeutlichen muss erwähnt werden, dass sich in der Vorrunde z.B. Bundesligatänzerinnen verabschiedeten, die zudem auch schon im Semifinale des ersten Ranglistenturniers in Wetzlar standen.

Deutlich gelöster ging man in die Vorbereitung für die nächste Runde. Da sich natürlich mehrere Tänzerinnen nicht für dieses Viertelfinale qualifizieren konnten, veränderte  sich demnach auch die Startreihenfolge. Kristina  hatte das Los gezogen, direkt hinter der großartigen Louisa Brebeck aus Wuppertal zu tanzen, die die Deutsche Rangliste derzeit anführt. Trotzdem gelang ihr eine deutliche Steigerung zur Vorrunde. Mona begeisterte wieder mit  Ihrer Choreographie zu einer Metall-Version des „Turtles“-Klassikers „Happy Together“. Sarah fühlte sich auch sichtlich wohler, als sie mit Ihrer außergewöhnlichen Dynamik und hohen Sprüngen Ihren Vortrag zum mysteriösen „AHA!“ von „Imogen Heap“ zum Besten gab. Und auch Hanna war überglücklich mit der ästhetisch-ausdrucksstarken Darstellung der „Baby-Doll“ nach dem psychodelischen Song „Sweet Dreams“ von Emily Browning.

Als die Qualifikantinnen für das Semifinale aufgerufen worden, waren noch immer 2 Tänzerinnen im Rennen. Sarah und Hanna verabschiedeten sich mit ausgezeichneten Anschlussplatzierungen auf einem geteilten 13. Platz.

12 Tänzerinnen bereiteten sich nun auf die nächste Runde vor und Mona sowie Kristina waren noch dabei… Beide für die „Konkurrenz“, die Zuschauer und die Wertungsrichter komplett unbekannt; aus einem (für diese Sportart) unbekannten Verein mit einer unbekannten JMD-Formation.

Kristina hatte noch immer nicht so richtig verstanden, wie Tanzturniere ablaufen und fragte, nicht ohne Scheu: „Muss ich schon wieder direkt hinter Louisa Brebeck tanzen?“ Antwort: „Nein, direkt davor.“  Bei ihrem dritten Auftritt war ihr zum ersten Mal die Aufregung anzumerken. Dementsprechend unzufrieden mit ihrem Vortrag im Semifinale verließ sie die Fläche und zog sich erst einmal um. Dabei ging es ihr gar nicht um eine potentiell verpasste Qualifikation für das Finale, denn unsere Mädels haben an diesem Tag schon mehr erreicht, als wir uns das jemals vorgestellt haben. Vielmehr war sie enttäuscht darüber, dass sie das eigene, hohe Niveau der 1. Zwischenrunde hier nicht wiederholen konnte.

Mona war sehr konzentriert bei der Sache und bereitete sich mit einem „Tunnelblick“ auf ihren Auftritt vor. Abermals bot sie eine sehr gute Leistung mit ihrem außergewöhnlichen Thema.

Als dann der Turnierleiter die Finalistinnen bekannt gab wurde allen bewusst, dass wir eine Tänzerin im Finale eines Turniers der Deutschen Rangliste im Jazz-und Moderndance hatten. Kristina hatte auf ihrem ersten Turnier etwas geschafft, wovon andere Tänzer oftmals vergeblich träumen. Sie stand im Finale mit WM-Teilnehmern, Deutschen Meistern und Bundesligatänzern.

Mona belegte einen hervorragenden 10. Platz in einem sehr starken Feld, in dem die meisten Tänzerinnen, die beim ersten Ranglistenturnier vor 4 Wochen die hinteren Ränge belegten, fehlten.

Und was macht Kristina? Sie bereitet sich auf die nächste Runde vor; weiß aber noch immer nicht, was gerade passiert und wähnt sich glücklich im Semifinale. Sie freut sich schon darauf, die anderen gleich noch einmal tanzen zu sehen. Hallo Kristina!!! Finale!!!! Besser geht´s nicht!!! Danach ist hier Schluss!!! Es kommt nur noch die Siegerehrung!!!!

Ungläubigkeit! OK..dann noch mal ran. Dieses Mal sehen alle wieder eine Kristina in Bestform. Ihre unglaubliche Beweglichkeit, gepaart mit anspruchsvoller Technik, balancierten Drehungen und herausragenden weichen und fließenden Abläufen ziehen alle in ihren Bann. Kaum einer Tänzerin gelingt es, die Musik derart mit Leben zu füllen, und sich zu Eigen zu machen.

Am Ende gab es viel Applaus und Aufmerksamkeit bei einem sensationellen 7. Platz (mit einer 3) im Finale! Zwar musste der Fotograf beim Siegerfoto Kristina darauf aufmerksam machen, dass sie die Urkunde falsch herum hielt, doch das störte wirklich niemanden mehr.

Nach einem kurzen Spaziergang zum Hotel und einer wohlverdienten Dusche trafen sich alle durchweg zufrieden, um den Tag in einem Italienischen Restaurant direkt neben dem Saarlouiser Oktoberfest ausklingen zu lassen.  Obwohl es mittlerweile wie aus Eimern schüttete, konnte nichts die Stimmung unserer „Phantastischen 4“ erschüttern.

Am nächsten Morgen ging es über Saarbrücken und Frankfurt wieder gen Hamburg. Wobei man noch erfuhr, dass eine Bahn meistens pünktlich kommt, wenn sie keine Verspätung hat, man für 30 % Ermäßigung eine „Nightmare aus Mohair“ erwerben kann, Kinder gerne gegen verschlossene Glastüren laufen, Hannas Lache ganze Züge unterhalten kann, Menschen ohne Sitzplatzreservierung vergeblich auf die Existenz eines Speisewagens setzen, Sarah und Mona sich dieses Wochenende kaum  verletzten, Kristinas Reisetasche eigentlich immer nass ist und es sehr anstrengend für Unbeteiligte sein kann, wenn man in einem Abteil mit einer Horde Tänzern sitzt.

In zwei Wochen werden alle LNE-ler, die sich dieses Jahr schon auf Ranglistenturnieren präsentiert haben, in Wuppertal wieder an den Start gehen.  Das heißt: 6 Soli, ein Duo und eine Small Group.

Wir freuen uns riesig auf ein weiteres, denkwürdiges Wochenende.

………Freitag um 17.30 Uhr losgefahren….Jamie eine Stunde verspätet in Hannover aufgelesen….in 20 Minuten sind wir in Wetzlar…..egal von wo wir kommen….Um 23.30 Frau Gombel und einen ausgestopften Waschbären/Rieseniltis/Monsterfrettchen oder sonstiges kennengelernt……Zimmer OK…..bis auf die Mücken und den Urinstein….Frühstück an einem  geklauten Tisch aus dem Chinarestaurant….Abfahrt zur Halle….wo ist die Burg?……Ein Kleinbus kann auch über Fahrradwege fahren…..nur Hamburger dürfen nicht in die Halle…sind die alle so stark wie die, in der ersten  Stellprobengruppe?….S*x,S*x macht Hoffnung….Tränen bei Jamies Auftritt…..Warten…Jamie ist weiter….tanzt dann noch besser…..nur knapp am Semifinale gescheitert….nächstes Mal!….Small Group Auslosung…..der Traum wird wahr….einmal nach dem Deutschen Meister tanzen…….wie zu erwarten, eine kurze Vorstellung…. Sarah hat eine Alternative zum Lippenaufspritzen erfunden….kostenlos….einmal das Gesicht auf den Boden schlagen….volle Lippen…..gesunde Gesichtsfarbe…… trotzdem Sanitäter…..nicht, wie alle dachten, für die Dünne, Schwache…..jetzt erstmal zum Italiener…..Rückfahrt ins Hotel….es ist dunkel….0.00 Uhr…wo ist die Burg?…..gute Nacht….7.00 Uhr Frühstück…..dieses Mal nicht auf dem Radweg zur Halle…wo war denn die Burg??..….Duos und kleine Tanzmaschinen am Start….Beule & Kante tanzen eine ************* Vorrunde…..Sachen packen und ab nach Hause……Startnummer 25 ist weiter…..Was…bei den Duos????…..Fassungslosigkeit wird zu Freude….jetzt nochmal…..deutliche Steigerung…..9. Platz im Semifinale……wiederum wird Fassungslosigkeit zu Freude…..jetzt aber wirklich ab nach HH…..Bordkino mit Folkloretänzen….Sonntag 21.00 Uhr Hamburg….stopp!

Großer Dank an Lewwe und Ina für ihre Anteilnahme an unserem Blödsinn……

„zack, bumm, bongjour“ (Udo Martens)

„LaNouvelleExpérience“ werden im zweiten Jahr Ihres Bestehens zum zweiten Mal Meister ihrer Liga und steigen damit auch zum zweiten Mal auf.

Wieder einmal hieß es: „Der frühe Vogel fängt den Wurm“. Das galt beim letzten Turnier der Verbandsliga Nord/Ost nicht nur für LNE, sondern auch für die Tänzerinnen und Tänzer der anderen 10 Teams der Liga. Und alle wollten Sie ihn..den Wurm. Der Wurm nannte sich „Aufstieg“ und verkroch sich am 26.05.2013 in der Erde von Wolfenbüttel.
Zwar ging unser Team favorisiert in den letzten Leistungsvergleich dieser Saison, doch trat man zum ersten Male mit 9 Tänzerinnen an. Dieses setzte natürlich umfangreiche Trainingseinheiten voraus, denn die Choreographie musste äußerst zeitaufwendig auf die neue Tänzeranzahl umgestellt werden. Insofern war es natürlich ein Wagnis, dieses gerade beim letzten Turnier zu versuchen.

Da die Stellprobe einmal mehr etwas verschlafen wirkte, nahm man sich wieder ausgiebig Zeit, die Schwachstellen per Videoanalyse zu erörtern. Und dies dauerte… Deshalb danken wir neben dem phantastischen Gastgeber, dem TSV Leinde, auch William Friese-Green für die Erfindung der Filmkamera. Denn ohne die beiden Genannten, wäre dieses Turnier bestimmt nicht so gut für uns ausgegangen.

So lief die Vorrunde schon deutlich besser und man war voller Hoffnung, auch an diesem Tag das Finale zu erreichen. Aufgrund der Tabellensituation konnte man davon ausgehen, dass man im Falle des Finaleinzugs auch aufgestiegen war. Und so kam es dann auch! Mit 6 anderen Mannschaften fand sich LNE wiederum in der Endrunde wieder und durfte erneut um den Turniersieg tanzen.

Nach einer letzten hochemotionalen Ansprache, mit dem Ritus der offiziellen Verabschiedung der Choreographie „Impavidus“, begab sich „LaNouvelleExpérience“ das allerletzte Mal in diesem Jahr auf eine Turnierfläche. Es folgte ein wahrlich historischer Durchgang, bei dem die Tänzerinnen noch einmal zeigten, warum sie bislang jedes Turnier gewannen. Einem Zuschauer blieb die Luft weg, ein anderer hatte Tränen in den Augen. Die Wertung war folglich wiederum eindeutig.

Deshalb hieß es für LNE in Wolfenbüttel:
– Sieg im letzten Turnier der Verbandsliga
– Aufstieg in die Oberliga
– Meister der Verbandsliga Nord/Ost 2013

Demzufolge fing LNE an diesem Sonntag den dicksten Wurm.
Aber auch andere durften sich freuen. Die Gruppe „Fabulit“ aus Steilshoop steigerte sich im Laufe der Saison und konnte auch in Wolfenbüttel wiederum aufs Treppchen tanzen. Zwar reichte es nicht ganz zum Aufstieg, doch eine Steigerung innerhalb einer Saison von Platz 8 auf die Plätze 2 und 3 ist gerade im Tanzsport nicht alltäglich. Ein herzlicher Glückwunsch geht auch an die Mitaufsteiger „Sternenfänger“ aus Berlin und Vizemeister „Saraswati“ von der TG Elbdeich aus Fliegenberg. Es war für uns ein großer Spaß und auch eine große Ehre, mit Euch zusammen auf der Fläche zu stehen.

Wir sehen uns im nächsten Jahr in der Oberliga mit einem komplett neuen und konträren Konzept.

Ein letzter Dank geht an die guten Geister abseits der Fläche. Ohne Euch würde es uns nicht geben; denn Euer Glaube an LNE, gibt uns stets die nötige Motivation weiterzumachen und uns ständig zu verbessern.